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Mein Austauschjahr in Kolumbien

Kolumbien liegt im äußersten Nordwesten von Südamerika. Als einziges Land in Südamerika hat Kolumbien Zugang zu zwei Meeren - der Atlantik in Form der Karibischen See im Norden und der Pazifik im Westen. Kolumbien besitzt eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Obwohl es in der tropischen Klimazone liegt, gibt es je nach Höhenlage enorme Temperaturunterschiede, die ich dort auch allesamt erfahren hab: zwischen 40 °C in der Mittagssonne von Barrancabermeja und 0 °C nachts in der Gegend um Bogotá. Die Landeswährung ist der Kolumbianische Peso. Seit dem 20. Juli 1810 ist Kolumbien unabhängig.

Mit dem Moment meiner Ankunft hatte ich einen zweiten Papa (Edgar Ernesto), eine zweite Mama (Luz Helena), zum ersten Mal in meinem Leben einen Bruder (Juan David) und eine neue Schwester (Paola Andrea). Ich wurde von Anfang an voll in die Familie intergriert.



Der Blick aus meinem Fenster


Das Haus meiner Gasteltern


Gewohnt habe ich mit meiner Gastfamilie in Bucaramanga, gelegen im Norden des Landes im Departament Santander, unweit der venezuelanischen Grenze - unweit im kolumbianischen Sinne, d.h. etwa 6 Stunden mit dem Auto. Das Klima gleicht einem ewigen Frühling mit Temperaturen zwischen 19 °C nachts und bis zu 38 °C in der Mittagssonne. Etwa einmal pro Woche gab es Regen, meist sehr heftig und mit Gewitter.

Zu meinem Auslandsjahr gehörte der Schulbesuch. Mein neuer Schulalltag forderte mir die größte Leistung hinsichtlich der Anpassung an neue Umstände ab. Von der liberalen brandenburgischen Gesamtschule wechselte ich in eine katholische Jungenschule mit Schuluniform und Ganztagsunterricht. Ich tat mich mit dieser Umstellung sehr schwer, lernte jedoch bald die Vorteile schätzen. Der religiöse Einfluß in der Schule beschränkte sich auf die kleine Kapelle und den Direktor Bruder Miguel Ernesto García. Mit der Schuluniform erledigte sich das elendige Grübeln vor dem Kleiderschrank, was ich nun nächsten Tag anziehen müsste.



Meine Schule von "innen"


Bruder Miguel


Die Lehrer von "La Salle"


Ich war nicht der einzige Austauschschüler in Kolumbien. Mit mir waren weitere Jugendliche aus vielen Ländern angereist, unter ihnen auch Blue aus Thailand. Zum Austauschjahr gehörte eine psychologische Betreuung, d.h. am Anfang, in der Mitte und am Ende des Jahres gab es ein Treffen aller derer, die gemeinsam angereist waren. Wir wurden über Details der kolumbianischen Kultur aufgeklärt, über Verhaltensweisen und es gab etwas kolumbianische Heimatkunde. Blue lernte ich auf dem ersten Treffen kennen. Erfreut stellte ich dann fest, dass sie mit mir in einer Stadt wohnt. Ich hatte sie sehr schnell in mein Herz geschlossen - mehr, als ihr lieb war. Die Situation war für uns beide nicht einfach... wir stammten beide aus sehr konträren Kulturkreisen und hatte schon genug damit zu tun, uns mit einer beiden dritten, unbekannte Kultur zu arrangieren. Es entwickelte daraus eine Freundschaft, die bis heute anhält. Blue ging auf eine katholische Mädchenschule. Für einige Zeit durfte ich dort mit Volleyball spielen.



Ein Haus in der Nähe von Tunja


Der Blick vom Haus in den "Garten"


Ein typisches kolumbianisches Dorf.


Meine Gastfamilie gehört zu der wohlhabenden Schicht in Kolumbien. Meinem Papá rechne ich bis heute hoch an, daß der Weg dorthin allein seinem Fleiß zu verdanken ist. Seine Eltern hatten sich sehr um seine Ausbildung gemüht, heute ist er Besitzer Palmenfarm. Mit seiner Firma verkauft er Palmenöl. Mehrere Male durfte ich mit auf die Farm fahren. Sie liegt bei Puerto Wilches, einem Dörflein bei Barrancabermeja. Auf einem Teil der Fahrt dorthin gibt es zu der Zeite keine asphaltierten Wege. Wenn es regnete, hatten auch allradgetriebene Autos Schwierigkeiten, vorwärts zu kommen. Bei einer Rückfahrt ließ ich mich auf ein abenteuerliches Unterfangen ein und begleitete einen Mitarbeiter der Firma, der einen alten LandRover Baujahr 1967 nach Bucaramanga überführen musste. Der LandRover verbrannte neben dem Benzin sein Öl und sollte repariert oder verkauft werden. Mein Papá fuhr voraus und war schnell nicht mehr zu sehen. Wir erreichten an diesem trockenen Tag schnell die Landstraße und schwebten seelenruhig mit 40 km/h und einer kleinen großen Ölfahne über den Asphalt... das war Reisen. Die Unbekümmertheit wendete sich, als wir weit vor Bucaramanga das letzte Geld in Öl umsetzten, was der Motor freudig verbrannte. Es erwies sich von Vorteil, dass Bucaramanga in einem Tal gelegen ist, so ging es ab jetzt fast nur noch bergab. Nicht nur, dass wir keine Motorkraft mehr brauchten, wir erreichten sogar größere Geschwindigkeiten, als es mit Motor der Fall gewesen wäre. Letzlich kamen wir viiiiel später, aber wohlbehalten in Bucaramanga an.



Der Ford meines Vaters nach der Ankunft in Puerto Wilches


Ein Blick in den Rückspiegel während der Fahrt nach Puerto Wilches


Mit diesem Land Rover ging es in das kleine Abenteuer.


Meine Familie war sehr reiselustig und hatte die Möglichkeiten dazu. So lernte ich viele Landstriche in Kolumbien kennen. Zusammen mit Blue nahm mich mein Papá mal mit nach Cartagena. Er hatte dort eine Tagung und ich hatte mit Blue die Möglichkeit, die Stadt zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit Blue schon gut befreundet. Oft fuhr ich mit meiner Gastfamilie mit nach Armenia (das ist in der Region, wo der Café wächst), weil meine Mamá dort ihre Angehörigen hat.

Unvergeßlich von diesen ganzen Ausflügen ist jener ins Amazonasgebiet. Wegen guter Führung bekamen ich und Blue diesen von unserem lokalen Austauschkomitee zu einem großen Teil gesponsort.

Das Jahr in Kolumbien hat mir viel gegeben und mich sehr für mein späteres Leben geprägt. Die meisten meiner Erfahrungen lassen sich nicht in Worte fassen.



Die nach Puerto Wilches führende Straße


Irgendwo in der Nähe von Puerto Wilches


Irgendwo in Kolumbien

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